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Zum ersten Mal Paris: wir waren 17, und wir haben eine Woche lang nicht viel Tageslicht gesehen. Im Quartier Latin fanden wir ein Bistro, in dem wir Kartenspielen durften, und die Sangria war billig: das St. Severin. Neben uns auf der Bank schlief die Bistro-Katze, ein riesiges, graues, langhaariges Perser-Exemplar, schnarchend und schnurrend, wir tauften sie "Molière". Irgendwann stieß einer von uns an den gläsernen Aschenbecher an, der demgemäß vom Tisch fiel und mit einem großen Geklirr zersprang. In jener Zehntelsekunde passierten noch zwei Dinge gleichzeitig: Molière fuhr aus dem Schlaf und sprang erschrocken hoch, wohl einen halben Meter. Und der Kellner drehte sich um, kombinierte aus Katze und Aschenbecher einen Zusammenhang und erwischte das arme Tier mit seinem Hangerl im Flug: Molière flog einmal quer durchs Lokal.
Jahre später kam ich wieder ins St. Severin, allein. Molière war da, keine Frage, die Größe war wirklich auffallend. Mein schlechtes Gewissen ließ mich eine Kaninchen-Pastete bestellen, die ich unterm Tisch schuldbewusst an den Kater verfütterte. Doch Molière war zu gierig, und so begann er mitten im Lokal ruckartig zu erbrechen. Der Kellner war auch noch derselbe: speiende Katze sehen und sie einmal quer durchs Lokal treten war eins. Wieder flog die riesige Perser-Katze durchs St. Severin.
Ich war seitdem nicht mehr dort. Im St. Severin habe ich mir selbst Lokalverbot auferlegt. Es gibt genug andere Bistros in Paris, und ich mag Katzen.
Auf den Bildern ist zweimal das St. Severin abgebildet. Und es gibt ein paar Schnappschüsse aus St. Germain und Versailles. Au revoir Paris, im Frühling wieder!